Eichhörnchen beim Trinken

I hob an Durscht!

Stadtleben

Ich wohne hier in München im Dachgeschoß schon seit über zwanzig Jahren – aber erst letzten Sommer hat mich die Natur auf sich aufmerksam gemacht.

Zuerst rannte ein schwarzes Eichhörnchen immer mal quer über den Balkon. Eines Samstagmorgens saß ich direkt daneben und frühstückte gerade ein paar Walnüsse. Aus einer Laune heraus habe ich geteilt.

Ab da kamen zwei Eichhörnchen regelmäßig vorbei: Der Maroni, ein frecher schwarzer Bursche, sehr konfrontativ! Und der hier abgebildete Ozzie, ein dunkelbraunes. Etwas später kam die kleine Beate dazu: ein deutlich jüngerer, zunächst recht vorsichtiger Gast.

Nach zwei Monaten ließ sich der Maroni plötzlich nicht mehr blicken. Ich hoffe, er ist umgezogen! Denn sobald man Eichhörnchen persönlich kennt, schwingt natürlich immer die Sorge mit, dass was passiert sein könnte. Bis zu zwei Drittel überleben ihr erstes Lebensjahr nicht, habe ich gelesen. 🙁

Anfang des Jahres, es war noch richtig Winter, kam der Ozzie einige Zeit kaum vorbei – und etwas zeitversetzt zeigte Beate dasselbe Muster. Beide haben Kinder bekommen!

Seit die Kleinen da sind, hab ich die beiden Großen nur noch einmal gesehen – sie haben das Gebiet wohl den Kindern überlassen.

Jetzt haben sich meine regelmäßigen EichhörnchenbesucherInnen verdoppelt:

  • Schorschi war der erste Neuzugang. Eine Mini-Beate. Anfangs habe ich sie verwechselt und mich gewundert, dass Beate so viel kleiner ist, als ich sie in Erinnerung hatte. Schorschi war anfangs so winzig, dass er gerne mal spontane kleine Nickerchen auf dem Balkon gemacht hat.
  • Dietrich, mutmaßlich ein Bruder vom Schorschi, hat extrem lange Beine und stakst ganz merkwürdig. Er ist nach Marlene benannt.

Der Schorschi und der Dietrich bleiben mitunter länger da und beobachten wie kleine Ritter aufmerksam den Innenhof.

  • Marianne ist von Anfang an etwas vorsichtiger gewesen. Sie ist eher nervös, macht Stippvisiten und räumt, wenn einer der Buben da ist, schnell das Feld [auch wenn die nichts gegen sie haben].
  • Rotis ist eine ganz Kleine: Sie kam vor etwa einem Monat das erste Mal und hat ebenfalls Kleinkindnickerchen gehalten, während sie sich ganz gschaftig auf dem Balkon rumgedrückt hat. Mittlerweile ist sie ziemlich gewachsen!

Aufgrund der Hitzewelle habe ich die Bande in letzter Zeit nur vereinzelt  gesehen, doch allen scheint es gut zu gehen. Jetzt, wo es kühler wird, schauen sie wieder öfter vorbei.

Der richtige Sammelwahnsinn startet dann in Kürze wieder. Dann sollte ich mir meine Rechnungen am besten gleich in Nüssen bezahlen lassen.

Die Namensgebung ist übrigens willkürlich. Ich habe keine Ahnung, wer Weibal oder Manndal ist.

 

Veröffentlicht von

Gitte Härter ist Schreibcoach für EinzelunternehmerInnen [schreibnudel.de]. Sie hoopt und zieht Gfrieser beim Fotografieren.